Zur falschen Zeit am falschen Ort

Wie wir vor einigen Tagen erfahren durften, sei im Atlantik ein französisches Atom-U-Boot mit einem dort treibenden Container zusammengestoßen.

HMS Vanguard spielt mit den Delphinen

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Der Container entpuppte sich dann allerdings als britisches Atom-U-Boot der Vanguard-Klasse.Zum Vergleich: ein Standardcontainer ist etwas über 12 Meter lang, während es die HMS Vanguard auf etwa 150 Meter bringt. Die Wasserverdrängung des Schiffes ist mit 16.000 Tonnen mehr als 200 mal größer als die eines Containers.

Da kommt also ein Atom-U-Boot nach einem Zusammenstoß beschädigt zurück in den Hafen. Was wird wohl der Käpt'n seinem Chef Herrn Verteidigungsminister Herve Morin berichtet haben? "Da war so'n Ding, also das war zwischen 5 und 500 Metern groß, und das kam direkt auf uns zu! Vorher hat es übrigens noch die Britten erwischt."

Es gibt dann gleich eine Pressemitteilung des Ministeriums ("getauchtes Objekt, möglicherweise ein Container ... zu keinem Zeitpunkt bestand Gefahr ...") und wir glauben es. Erstens, weil wir keine besseren Infos haben - es ist schließlich, zu unserem Schutz, alles streng geheim. Zweitens, der Verantwortliche, Herrn Verteidigungsminister Herve Morin, ist ja schließlich für unsere SICHERHEIT zuständig. Der lügt doch nicht.

Wegen Pressefreiheit und so kommt die Sache bei den Britten aber etwas anders rüber*: Es gab da so einen Zusammenstoß, zu keinem Zeitpunkt bestand Gefahr ...

(* Ein Leserhinweis: also, es kommt bei den Briten gaaanz anders rüber, die geben den Zusammenstoß mit einem U-Boot am 16.02. einfach zu, zu keinem Zeitpunkt bestand Gefahr ...  BBC: Video | Royal Navy: Text )

Und da sagt der französische Verteidigungsminister Herve Morin nicht etwa, tut mir leid Leute, da haben meine Leute wohl etwas geflunkert.  

Sondern er bleibt bei der Version, man wäre bis zum Einlaufen des ebenfalls beschädigten britischen Schiffes von einem Zusammenstoß mit einem Container ausgegangen. Schließlich seien die U-Boote "leiser als eine Krabbe".

Das ist absurd. Ein Atom-U-Boot, dass nicht erkennt, ob ein es rammendes Ding 12,19m groß ist, oder 150m? Schäden, denen man nicht ansieht, ob sie von 5t oder 16.000t verursacht wurden?  

Hier nochmal ein gern gesehener Größenvergleich: Ja, der kleine Schönheitsfleck am Ende des U-Bootes ist der Container (12,19 m).

Größenvergleich Eiffelturm HMS Vanguard und Standardcontainer

Ein Atom-U-Boot, das VÖLLIG BLIND ist?

Tatsächlich kann man in der englischen Wikipedia - nachlesen, dass sowohl die Triomphant als auch die HMS Vanguard - nicht wirklich überraschend - über modernste Sonarsensorik verfügen. Zumindest über solche Kleinigkeiten wie in etwa gleich große Schiffe in Kollisionsentfernung sollte man sich an Bord also informieren können. Vielleicht wäre es ratsam, auch Aufzeichnungen anzufertigen?

Der gesunde Menschenverstand sagt mir, das Verteidigungsministerium hat schlicht und einfach gelogen.

Und das sollte uns wirklich beunruhigen. Es geht schließlich nicht um einen Blechschaden an Omas altem Citroen!

Arme Krabben.

Nächstes Thema: 

... im nächsten Beitrag: mal wieder was Wissenschaftliches? Schwarze Löcher oder so? Ach nee, das wär dann ja was zur Wirtschaftspolitik :-)

Kommentare

Ich sorge mich um Paris

Würde mal behaupten, dass die ganze Angelegenheit aus guten Gründen so etwas wie ein politisches Geschäftsgeheimnis bleiben sollte. Auch ein Verteidigungsminister will eben nicht über alles öffentlich sprechen. Seine Jungs von der Marine haben wahrscheinlich ein bisschen "Räuber und Gendarm" unter Wasser gespielt. Anders ist das Ganze wirklich nicht zu erklären. Sehr anschaulich ist ja die von Ihnen verwendete Grafik mit dem Eiffelturm. Hoffentlich knallt da nicht demnächst irgendein Tornado gegen...