Bert Rürup 25. November 2008: "Wenn man zwischen Pest und Cholera zu wählen hätte, sollte man immer die Cholera nehmen – die überlebt man eher als die Pest. Natürlich bringen Konjunkturprogramme eine Erhöhung der Staatsverschuldung mit sich."
Äh? Also mal ganz langsam: Sind nun die Konjunkturprogramme die Pest oder die Cholera oder die Staatsverschuldung und wenn das eine das andere mit sich bring, haben wir dann überhaupt eine Wahl? Auch nach längerem Lesen der rürupschen Einlassung auf die einfache Frage erschließt sich die Zuordnung nicht.
Die Frage war eigentlich ganz einfach: Wenn staatliches Schuldenmachen mit zu den Auslösern der Krise gehört, kann man diese dann mit noch mehr Schulden bekämpfen? Antwort: s.o. Wie lange muss man eigentlich Volkswirtschaft studieren, um hier nicht mit dem einfachen, gesunden Menschen verständlichen, "Natürlich nicht!" zu antworten?
Rürup läßt in seiner Antwort nicht erkennen, ob er eher vorm Schuldenmachen warnt ("Staatsverschuldung bedeutet Wachstumshemmung") oder vor dem Gegenteil ("Verschärfung der Rezession"), bevor er schonungslos die Synthese von beidem fordert: gleichzeitig(!) mit den kreditfinanzierten Maßnahmen sei endlich die Schuldenbremse einzuführen.
An anderer Stelle des Interviews fordert er dann das volle Programm:
Wir können also davon ausgehen, dass er das Schuldenmachen für die Cholera hält, die man eher überlebt.
Oder anders gesagt, nach uns die Pest.
Tja, Herr Rürup, was sagen denn Ihre Kinder und Enkel zu dieser Einstellung?
"Schon gut, Opa, Hauptsache Eure Banken konnten einander wieder Geld borgen."
"Wir bezahlen das schon, die 700 Mille von 2008 waren doch eh nur der Anfang."
"Hehe, also wir können das nicht bezahlen, aber schließlich haben wir ja selber Kinder. Her mit den Schecks!"