Bevor das Thema "Bomben in Tegel" wieder ganz in Vergessenheit gerät, nochmal ein kurzer Beitrag aus der Schublade Das-Kann-Doch-Nicht-Wahr-Sein.
Zur Erinnerung:
Die Berliner Morgenpost[1] fand heraus,
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dass seit Oktober 2005 dem Berliner Senat ein im Auftrag der Senatverwaltung für Stadtentwicklung erstelltes Gutachten vorliegt, welches zu dem Schluß kommt, dass auf dem Flughafengelände "oberflächennahe Spreng- und zündkräftige Munition" existiert,
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diese unter bestimmten Umständen - genannt werden Havarien mit Bodeneingriff und Landschaftsarbeiten - "objektives Gefahrenpotenzial" besitzt
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und daher - Überraschung - zumindest auf nichtversiegelten Flächen beräumt werden sollte.
Die Beräumung hätte eine Sperrung der Start- und Landebahnen, verbunden mit einer Kapazitätseinschränkung zur Folge. Da schweifen die Gedanken ... hatten wir da nicht noch so'n Flughafen ... bis neulich?
Quelle: Günter Wicker / Berliner Flughäfen
Na ja, für die tolle Überschrift reichts, aber da auch ich gegen Tempelhof bin, wollen wir diesen Gedanken dann mal so stehen lassen.
Zurück zu den Fakten, hier die Einlassungen des Berliner Senates und anderer offizieller Stellen (Bundesregierung, Flughafengesellschaft):
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Den Vorwurf, das Gutachten seit 2005 verschwiegen zu haben kontert die Senatsverwaltung mit dem Hinweis, "dass auf dem Flughafengelände Munition und Bomben im Boden sind, weiß man, seit der Flughafen gebaut wurde".[2] Naaa dann...
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Eine Gefährdung des laufenden Flugbetriebes besteht laut Senatsverwaltung nicht. Auch die Flughafengesellschaft weiß, "dass das nicht gefährlich ist".[3]
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Es reicht daher, wenn alle Bauarbeiten auf dem Flughafen angezeigt werden.[1]
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Schon 1969 bis 1981 wurde nach Kampfmitteln gesucht, nur eben aus Sicherheitsgründen(!) nicht neben den Rollwegen.[4]
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Die Flughafengesellschaft bestreitet, das Gutachten überhaupt zu kennen. Die Senatsverwaltung widerspricht.[3]
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Es reicht doch nicht, die Bauarbeiten anzuzeigen. Ab 10. November werden an den Rollwegen 25m breite Streifen auf Munition abgesucht.[4]
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Der Bund ließ den militärischen Teil des Airports 2005 beräumen.[5]
Das Büro, welches das Gutachten für den Senat erstellte war z.B. auch Auftraggeber für Munitionsberäumung in Tegel.[6]
Oops! Wer es sich leisten kann, räumt lieber?
Der Bund ließ den militärischen Teil (siehe Kasten) des Airports 2005 beräumen, obwohl es, laut Verkehrssenatorin Junge-Reyer, "keine Explosionsgefahr durch tief im Boden liegende Munition (gibt)."[7]
Steuergeldverschwendung? Paranoia?
Oder haben die Bundis einfach den Begriff "objektives Gefahrenpotenzial" so verstanden, wie das jeder Fluggast verstehen würde, nämlich als "es ist gefährlich" - und nicht wie Verkehrssenatorin Junge-Reyer "...nach menschlichem Ermessen gibt es dieses Risiko nicht"?[7]
Regierungs- und Staatsflugbetrieb auf dem militärischen Teil des Flughafens
Fernab des normalen Flugbetriebs nördlich der Start- und Landebahnen ist die Flugbereitschaft des Bundesministeriums für Verteidigung, die 3. Lufttransportstaffel, stationiert. Der Einsatz ist natürlich gesetzlich geregelt.[8][9]
Es fliegen:
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Der Bundespräsident, der Bundestagspräsident, der Bundesratspräsident, der Bundeskanzler, die Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, die Bundesminister sowie die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag
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Einfache Mitglieder des Bundestages auf Anforderung des Bundestagspräsidenten
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Die Parteichefs von im Bundestag vertretenen Parteien
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Die Kanzlerkandidaten für die Zeit von zehn Wochen vor einer Bundestagswahl
Quellen
[1] 16.12.2008 Berliner Morgenpost "Unter Tegels Landebahnen liegen Bomben"
[2] 17.12.2008 n-tv.de "Munition in Tegel als alter Hut"
[3] 17.12.2008 Berliner Morgenpost "Senat findet Bomben unter Tegel ungefährlich"
[4] 17.12.2008 Berliner Morgenpost "Gefahr im Anflug"
[5] 18.12.2008 Berliner Morgenpost "Schließung Tegels bereits vor Jahren gefordert"
[6] Fell & Kernbach GmbH Referenzen
[7] 18.12.2008 BILD.de "Wie gefährlich ist Tegel?"
[8] Zollamt Berlin-Flughafen Tegel "Vom Tegeler Feld zum Drehkreuz"
[9] 27.12.2000 Spiegel Online "Wer wann fliegen darf"
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Dem Ölpreis geht es wieder besser!